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Bonner Jens Söring: Zerbricht er an seinem Kampf?

(von Iris Klingelhöfer, EXPRESS.DE, 29. September 2015, Link)

Bonn/Dillwyn (Virginia) –  Große Sorge um Jens Söring! Der Bonner Diplomatensohn sitzt seit rund 30 Jahren wegen Doppelmordes im US-Knast in Dillwyn. All die Jahre kämpfte der inzwischen 48-Jährige wie ein Löwe um einen Freispruch und hatte – trotz vieler Rückschläge – immer noch Hoffnung. Doch jetzt scheint er an dem langen Kampf zu zerbrechen…

Sein letztes Schreiben aus dem Gefängnis lässt bei seinen Freunden und Unterstützern die Alarmglocken schrillen. „Eigentlich hatte ich vor, mich in diesem Newsletter von Euch allen zu verabschieden“, schreibt Jens. Denn, so erklärt er resigniert, es bestünde nun fast keine Möglichkeit mehr, dass er vor dem Ende der Amtszeit des gegenwärtigen Gouverneurs von Virginia noch befreit werden könne. Höchstens im Sommer 2017 – also in knapp zwei Jahren…

„Aber ich glaube nicht, dass ich so lange aushalten kann“, schreibt Jens. „Ich schaffe es jetzt schon kaum noch, mich von Tag zu Tag durchzuhangeln.“

1985. Jens Söring, der als Diplomatensohn in Bonn aufwuchs, verknallte sich während des Studiums an der Uni Virginias Hals über Kopf in Elizabeth Haysom. Als am 30. März 1985 deren Eltern in ihrem Haus bestialisch ermordet wurden, gab er die Tat zu. Angeblich, um Elizabeth vor der Todesstrafe zu retten.

Jens, damals 18, glaubte naiv, als Diplomatensohn vor Strafverfolgung geschützt zu sein. Fehlanzeige. Er bekam zweimal lebenslänglich. Seitdem wurden alle Bewährungs- und Begnadigungsversuche abgelehnt. Ebenso eine Haftverlegung nach Deutschland, wo Söring nach absehbarer Zeit freikäme.

Jetzt scheint Jens des Lebens(kampfes) müde.

Im Bundesstaat Virginia hat der Wahlkampf begonnen. „Die Demokraten müssen versuchen, zumindest in der oberen Kammer wieder die Mehrheit zu erringen, die sie vor zwei Jahren verloren“, erklärt Jens in seinem Newsletter. „Der gegenwärtige demokratische Gouverneur darf diesen Versuch nicht dadurch torpedieren, dass er mich nach Deutschland schickt.“ Erst im Sommer 2017 könne der Gouverneur es vielleicht noch riskieren, ihn zu freilassen, schreibt er.

Auch falsche Hoffnungen scheinen den 48-Jährigen zermürbt zu haben. So sollte im Sommer ein Artikel über seinen Fall im „The New Yorker“ erscheinen, der noch immer nicht veröffentlich wurde. Ebenso der Film „Das Versprechen“, dessen Premiere aufs Frühjahr 2016 verschoben wurde.

„Jedenfalls habe ich keine Hebel mehr, um hier noch etwas zu bewegen“, erklärt Jens. „Das ist schon ein seltsames Gefühl, da ich es doch 29 Jahre lang schaffte, immer noch und immer wieder Schwung in meine Sache zu bringen. Na ja, irgendwann kommt eben alles zum Ende – selbst mein fast drei Jahrzehnte langer Kampf.“

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