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Deutscher seit 22 Jahren in US-Gefängnis

(von Frank Herrmann, RP ONLINE, 2. März 2012, Link)


Washington (RP). Es war am 31. März 1985, nachts gegen zwei, als Liz Haysom völlig aufgelöst zu Jens Söring zurückkehrte, im Gesicht leichenblass, an den Armen Blutspuren. "Ich habe meine Eltern umgebracht", gestand sie ihrem Freund in einem Washingtoner Hotelzimmer. "Aber ich war das nicht, das waren die Drogen, die haben mich dazu gebracht." Jens müsse helfen, fleht sie, sonst komme sie auf den elektrischen Stuhl. Er denkt sich eine Geschichte aus, in der er der Mörder ist und sie die Komplizin. Irrtümlich glaubt er, dass er diplomatische Immunität genießt. Sein Vater arbeitet als deutscher Vizekonsul in Detroit. Nimmt er die Schuld auf sich, denkt der Achtzehnjährige, wird er nach Deutschland abgeschoben, und dort "kriege ich nicht mehr als zehn Jahre, das habe ich in der Zeitung gelesen".

So jedenfalls erzählt es Söring in "Nicht schuldig", seinem gestern erschienenen Buch. Seit 22 Jahren sitzt er in Virginia hinter Gittern, seit 2009 im Buckingham Correctional Center in den Ausläufern der Appalachen.

Nachdem Barack Obama zum Präsidenten gewählt worden war, schien sich ein Hoffnungsschimmer abzuzeichnen. Virginias damaliger Gouverneur Tim Kaine, ein enger Vertrauter Obamas, gab grünes Licht für die Überstellung Sörings nach Deutschland. Dann aber machte der Aufschrei der Law-and-order-Fraktion einen Strich durch die Rechnung. "Kaine und Söring sollten beide getoastet werden", zitiert der Häftling aus dem Leserbrief einer Zeitung. Schließlich widerrief Robert McDonnell, Kaines konservativer Nachfolger, was sein Vorgänger zugesagt hatte.

Die Geschichte beginnt im Spätsommer 1984. An der University of Virginia, wo Söring mit Hochbegabtenstipendium studiert, lernt er Elizabeth Roxanne Haysom kennen, die Tochter eines südafrikanischen Unternehmers. Liz, wie sie genannt wird, ist zwei Jahre älter als Jens, kennt sich mit Drogen aus. Sie fasziniert den braven Diplomatenspross, dem der Ruf eines Strebers anhaftet und der noch keine Erfahrungen mit Mädchen hat. Ende März 1985 erzählt sie ihm von Kurierdiensten für einen Drogenhändler. Sie müsse den Dealer sofort treffen, sonst drohe er sie zu erpressen. Jens solle ihr ein Alibi verschaffen, zwei Kinokarten kaufen und die Belege aufheben. Es ist der Abend, in der Derek und Nancy Haysom, Elizabeths Eltern umgebracht werden. Mit durchschnittenen Kehlen findet man sie in ihrem Haus. Zuvor hatte Liz in einem Brief an Jens geschrieben: "Ob es wohl möglich wäre, meine Eltern zu hypnotisieren, Voodoo an ihnen auszuüben, damit sie sterben?"

Ein paar Monate nach dem Doppelmord beschließen die beiden, zu fliehen. In London wird das Paar verhaftet. Söring gesteht den Mord an den Haysoms und wird nach Virginia gebracht. Der Mordprozess im Sommer 1990 wird zum Medienspektakel. Inzwischen sind neue Beweise aufgetaucht. Nachträglich untersuchte DNA-Spuren lassen auf das Blut eines anderen Täters schließen. Ein Werkstattbesitzer hat voriges Jahr ausgesagt, kurz nach dem Verbrechen ein Auto mit Blutspuren auf der Bodenmatte repariert zu haben. Liz Haysom habe bezahlt, ihr Begleiter sei eindeutig größer gewesen als Söring.
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