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Ex-Gouverneur von Virginia schuldig
 
(von Patrick Welter, FAZ.net, 5. September 2014, Link)
 

Das Sommerspektakel der amerikanischen Boulevardpresse, ist zu Ende: Der ehemalige Gouverneur von Virginia, Robert McDonnell, ist der Bestechlichkeit für schuldig gefunden worden.

Es war eines der großen Sommerthemen in der amerikanischen Boulevardpresse: der Korruptionsprozess vor einem Bundesgericht gegen den ehemaligen Gouverneur des Bundesstaats Virginia. Nun hat das Spektakel vorerst ein Ende. Robert McDonnell und seine Frau Maureen sind von einer Jury in Richmond der Korruption und Bestechlichkeit für schuldig gefunden worden. Für Geschenke und zinsgünstige Darlehen im Gesamtwert von 177.000 Dollar hat das Ehepaar nach dem Juryspruch einem Unternehmer unter anderem geholfen, Kontakte zu Regierungsstellen herzustellen.

Der Republikaner McDonnell ist der erste Gouverneur des Bundesstaates, der für ein Verbrechen verurteilt wurde. Ihm wurde nachgesagt, eine Präsidentschaftskandidatur im Jahr 2016 anzustreben. Dem Gouverneur, der im Januar regulär nach einer Amtsperiode aus dem Amt schied, und seiner Frau drohen jahrelange Gefängnisstrafen. Das Strafmaß will der Richter erst im kommenden Jahr festsetzen. McDonnell und seine Frau kündigten an, in die Berufung zu gehen. Für Virginia ist das Urteil eine Ohrfeige. Der Bundesstaat hat relativ laxe Ethikregeln für Regierungsangehörige und vertraut darauf, dass die Gewählten in Achtung der jahrhundertealten Tradition des Bundesstaats sich korrekt verhalten.

Das Verfahren hat in den Vereinigten Staaten viel Aufmerksamkeit gefunden, weil der Öffentlichkeit vor Gericht überraschend in unschönen Details die nach 38 Jahren zerrüttete Ehe des Gouverneurspaars vorgeführt wurde, nachdem dieses zuvor als mustergültiges Ehepaar gesehen wurde. Das Spektakel war Teil der Verteidigungsstrategie McDonnells. Er argumentierte, dass die Ehe so zerstört gewesen war, dass es eine gemeinsame Verschwörung beider gar nicht gegeben haben könne. McDonnells Anwälte präsentierten die Frau des Gouverneurs zudem als streitsüchtige Xanthippe, die bei dem Unternehmer Jonnie Williams und seinen Zuwendungen Trost gesucht habe. Die Anklage warf McDonnell daraufhin vor, seine Frau „unter den Bus zu werfen“, um davonzukommen.

Der Unternehmer Williams hatte dem Gouverneurspaar unbestritten zinsgünstige Kredite und Geschenke über 177.000 Dollar gegeben, darunter eine Rolex-Armbanduhr für 6000 Dollar, 15.000 Dollar für die Hochzeitsfeier der Gouverneurstochter oder einen 20.000-Dollar-Einkaufstrip mit Frau Gouverneurin nach New York.

Im Gegenzug hat das Gouverneurspaar nach Urteil der Jury Williams geholfen, den entzündungshemmenden Nahrungsmittelzusatz Anatabloc seines Unternehmens Star Scientific zu vermarkten. McDonnell weist das zurück und argumentiert, er habe Williams keine besonderen Vorteile verschafft, sondern nur wie auch jedem anderen Unternehmen den gewöhnlichen Zugang zur Regierung. Die erhofften medizinischen Tests von Anatabloc erlangte Williams trotz seiner Großzügigkeit indes nicht. Die nationale Arzneimittelbehörde warnt vor dem Präparat, das mittlerweile nicht mehr verkauft wird.

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