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Hoffnungslos hinter Gittern


(Isabel Werthmann, ZDF - auslandsjournal, 6. April 2011)
(Der ZDF-Beitrag auf youtube.com)

Seit 25 Jahren sitzt ein Deutscher in den USA angeblich unschuldig hinter Gittern.

Blass sieht er aus vor den kahlen Wänden, sein Gesicht wirkt alterslos, der Mann gebrochen. Wegen Doppelmordes wird der Deutsche Jens Söring wohl den Rest seines Lebens hinter amerikanischen Gefängnismauern verbringen - obwohl er seit Jahren seine Unschuld beteuert.

Der deutsche Diplomatensohn Jens Söring ist 18 Jahre alt , als er von einem amerikanischen Gericht zu zweimal lebenslanger Haft verurteilt wird. Nach seiner Festnahme 1986 sagt er aus, die Eltern seiner damaligen Freundin Elizabeth Haysom getötet zu haben - ein Geständnis, das er kurz darauf widerruft. Doch das hilft ihm nicht mehr. Bis heute sitzt er in den USA hinter Gittern.


Ein kurzes Leben in Freiheit

An der Universität von Virginia lernt der schüchterne Einserschüler mit den dicken Brillengläsern die selbstbewusste Elizabeth kennen. Damals ist er fasziniert, heute nennt er sie "den Fehler meines Lebens". Als ihre Eltern brutal ermordet in ihrem Haus aufgefunden werden, fällt der Verdacht auf das junge Paar. Gemeinsam fliehen sie ins Ausland. In London werden sie schließlich gefasst. Von da an werden sie kein Wort mehr wechseln. Elizabeth sagt aus, Söring zum Mord an ihren Eltern angestiftet zu haben und wird in Amerika zu einer Freiheitsstrafe von 90 Jahren verurteilt.

Söring selbst gesteht den Mord zunächst. Angeblich, um seine Freundin vor der Todesstrafe zu bewahren. "Wenn man ein Leben retten will und sich einbildet, ganz besonders schlau zu sein, dann macht man solche Dummheiten, auch so was", erklärt er heute. Damals hofft er auf eine milde Jugendstrafe in Deutschland. Stattdessen wird er in Amerika zu zweimal lebenslanger Haft verurteilt, obwohl die Beweislage strittig ist. Ein blutiger Sockenabdruck, der Sörings Schuld beweisen soll, ist eigentlich zu klein für seine Füße. Auch die Jahre später untersuchten DNS-Spuren können ihm in keinem Fall zugeordnet werden.


Zwischen Selbsthass und Kampfgeist

Seine Gnadengesuche und Berufungsanträge scheitern immer wieder, bis der Oberste Gerichtshof sein Gesuch im Jahr 2001 endgültig ablehnt. Sechs Bücher hat er seitdem geschrieben, den Weg zum Glauben gefunden und sich einen Platz in der hart umkämpften Rangordnung des Hochsicherheitsgefängnisses erobert. Abgefunden mit seinem Urteil hat er sich nie. Erst 2010 wieder ein Hoffnungsschimmer. Vier Tage vor Ende seiner Amtszeit bittet Timothy M. Kaine, der Gouverneur von Virginia, um die Überstellung Sörings nach Deutschland, wo er nach zwei Jahren auf Bewährung voraussichtlich frei käme.

Doch es kommt anders. Kaines Nachfolger zieht den Antrag zurück, die Generalstaatsanwaltschaft verkündet, in dem Fall nichts zu unternehmen, bis der Gouverneur es wünsche. Ein erneutes Gnadengesuch bleibt ungehört. "Ich will nicht hier im Gefängnis sterben. Ich möchte zurück nach Deutschland kommen, in meine Heimat.", sagt er heute. Einen letzten Hoffnungsschimmer gibt es noch: Im März sagte erstmals ein Entlastungszeuge aus, der die Argumentation der Verteidiger Sörings untermauert - er sei unschuldig. Und doch scheint nach all den verlorenen Kämpfen das Licht am Ende des Tunnels für Söring unerreichbar.

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