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Jens Söring bleibt in US-Haft

(von Karin Steinberger, Sueddeutsche.de, 14. Juli 2012, Link)


Kein Gnadenakt für wegen Mordes verurteilten Deutschen

Als Jens Söring das letzte Mal draußen in der Welt war, hatten die Telefone noch Drehscheiben und Deutschland war ein geteiltes Land. Sein Leben hat mit 18 aufgehört, seitdem sitzt der Deutsche im Gefängnis, erst in England, dann in Amerika. 26 Jahre, mehr als die Hälfte seines Lebens.

Natürlich hat er sich Hoffnung gemacht, dass er noch eine Chance bekommt. Die Hoffnung hält ihn am Leben.

Aber jetzt hat Richterin Beverly W. Snukals Sörings Antrag auf Haftüberstellung nach Deutschland abgewiesen. Und US-Justizminister Eric Holder sagte, dass es für Söring auf lange Sicht kein Zurück nach Deutschland geben wird. Sein Ministerium sei der Auffassung, dass eine Überstellung nach Deutschland nicht in Betracht komme, solange Virginia einem solchen Transfer nicht klar und unzweideutig zustimmt.

Und Virginia stimmt nicht zu. Jens Söring ist ein Politikum, Wahlkampfthema für die Republikaner. In einem Land, in dem es Wählerstimmen bringt, wenn man hard on crime ist, können sie ihn gut brauchen. 'Gnade bedeutet in diesem Land den politischen Tod', schrieb Jens Söring vor kurzem aus dem Gefängnis. Für die Amerikaner ist er die deutsche Bestie, er soll am 30. März 1985 die Eltern seiner großen Liebe, Elisabeth Haysom, in Lynchburg, Virginia, ermordet haben. Er sagt, er war es nicht. Und zählt die Tage.

Vor Gericht war Söring gezogen, um seine verhinderte Haftüberstellung juristisch durchzusetzen. Söring gegen den Gouverneur von Virginia - es war eine Provokation. Erst wurde die Klage nicht angenommen, dann blieb sie bei einem Rechtsberater des Gouverneurs liegen. Dann weigerte sich der Generalstaatsanwalt von Virginia, die Klage entgegenzunehmen. Es war von Anfang an eine Farce. Aber es war eine Möglichkeit, eine Hoffnung. Was bleibt ihm übrig, zweimal lebenslang, das bedeutet in den USA: sterben im Knast.

Am 12. Januar 2010 stimmte der demokratische Gouverneur von Virginia, Timothy M. Kaine, einer Haftüberstellung von Jens Söring nach Deutschland zu. Am 19. Januar war alles vorbei. Es war der Tag, an dem der neue Gouverneur sein Amt antrat. Robert F. McDonnell, ein Republikaner. Er beschloss zwei Dinge: Die öffentlichen Toiletten an den Schnellstraßen von Virginia sollten wieder eröffnet werden. Und er widerrief die Zustimmung seines Vorgängers für Sörings Überstellung.

Ein Gouverneur zog den Gnadenakt seines Vorgängers zurück. Einen Rückzieher, den Sörings Anwalt für rechtswidrig hielt.

Abgeschmettert. Seine Unterstützer in Deutschland sind entsetzt. Seit Jahren kämpft der 'Freundeskreis Jens Söring' für seine Freilassung. Wie es weiter geht? Eine Unterstützerin sagt: 'Aufstehen - weitermachen! Wenn Jens noch kann, dann wir auch.'
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