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Kann Jens Söring nach Deutschland zurückkehren?
 
(von Christiane Heil, FAZ, 17. Dezember 2015, Link)
 

Seit 1990 sitzt der deutsche Diplomatensohn Jens Söring wegen Doppelmordes in Virginia im Gefängnis. Er ist jetzt 49 Jahre alt und will in sein Heimatland überstellt werden. Doch sein Gesuch erregt den Zorn der Republikaner.

Zumindest für Rob Bell ist die Causa Söring längst geklärt. „Sie hätte in fünf Sekunden entschieden werden sollen. Gouverneur McAuliffe hätte einfach ablehnen können“, tönte der Abgeordnete jetzt aus dem amerikanischen Bundesstaat Virginia, wo der wegen Doppelmordes verurteilte Jens Söring ein weiteres Mal die Haftüberstellung nach Deutschland beantragte. Bell und 17 weitere Republikaner der „Mother of States“ waren vor einigen Wochen auf Sörings Antrag aufmerksam geworden. Das Magazin „The New Yorker“, bekannt für lange Reportagen und bissige Kommentare, hatte in einem Artikel über die Haysom-Morde auch das Gesuch des Neunundvierzigjährigen erwähnt – und einen Sturm der Entrüstung hervorgerufen.

„Mr. Söring hat im Jahr 1985 Derek und Nancy Haysom getötet. Der Mord an den beiden Bewohnern Virginias gehört zu den grausamsten Verbrechen der vergangenen 30 Jahre. Mr. Sörings Entlassung nach Deutschland würde das Ansehen von Virginias Strafjustiz beschädigen“, schrieb Bell nach der Lektüre an Gouverneur Terry McAuliffe. Der Demokrat hatte zuvor bestätigt, er werde Sörings Antrag auf Haftüberstellung prüfen lassen. „Wir widmen dem Gesuch dieselbe Aufmerksamkeit wie allen anderen“, sagte ein Sprecher McAuliffes. Dass sich der Fall des deutschen Diplomatensohns Söring anders als alle anderen entwickelt, ließen schon die Umstände der „Haysom murders“ ahnen.

Verurteilung zu zwei lebenslangen Freiheitsstrafen

Nach dem grausamen Mord an den Eltern seiner früheren Freundin Elizabeth Haysom Anfang April 1985 war der damals Achtzehnjährige von Bedford County nach London geflüchtet. Als er und Haysom der britischen Polizei einige Monate später durch Scheckbetrug auffielen, entspann sich ein juristischer Streit, der die Justiz in Virginia, das amerikanische Department of Justice und den Menschenrechtsbeauftragten der deutschen Bundesregierung, Christoph Strässer, beschäftigt.

Seit der Verurteilung zu zwei lebenslangen Freiheitsstrafen im Jahr 1990 sitzt Söring weiter im Buckingham Correctional Center. Das schreibt er den politischen Scharmützeln in Virginia zu. „Ich bin sicher, dass Rob Bell und die anderen 17 Unterzeichner des Briefes keine Ahnung von meinem Fall oder der Rückkehr nach Deutschland haben. Ich bin für sie nur ein Werkzeug, ein politischer Knüppel, mit dem sie ihren demokratischen Feind Terry McAuliffe schlagen wollen“, ließ der ehemalige Stipendiat der University of Virginia die Frankfurter Allgemeine Zeitung am Donnerstag aus dem Gefängnis in Dillwyn wissen.

Rückkehr schien schon beschlossen

Dabei schien Sörings Rückkehr vor fünf Jahren schon beschlossene Sache. Der damalige Gouverneur Virginias, Timothy Kaine, wollte ihn nach Deutschland überstellen lassen. Nach weiteren zwei Jahren Haft, so der Plan, sollte Söring in seiner Heimat wieder in Freiheit leben. Die Haftüberstellung wurde aber verworfen, als der Republikaner Robert McDonnell die Nachfolge des Demokraten Kaine antrat.

Die Entscheidung, das „German Monster“ zu entlassen, schien den Wählern in Virginia zu heftig aufzustoßen. Viele erinnerten sich an den Sensationsprozess vor 25 Jahren, bei dem die Staatsanwaltschaft den Geschworenen erschütternde Fotos der Opfer zeigte, die mit Dutzenden Messerstichen getötet worden waren.

Zudem hatte Söring mit abschätzigen Antworten und einem allzu selbstbewussten Auftreten einen schlechten Eindruck im Gerichtssaal hinterlassen. Auch dass er sein Geständnis widerrief und seine frühere Freundin Elizabeth Haysom belastete, brachte ihm keine Sympathien ein. Haysom, die zu 90 Jahren Haft verurteilt wurde, lässt aus dem Frauengefängnis Fluvanna immer wieder wissen, sie habe das Verbrechen gemeinsam mit Söring begangen.

Gouverneur McAuliffe hält sich derweil zurück. „Wir werden ein Statement abgeben, sobald die Prüfung von Mr. Sörings Antrag abgeschlossen ist“, sagte sein Sprecher Coy der „Washington Post“. Rob Bell und seinen Mitstreitern bleiben deshalb voraussichtlich noch einige Monate, um weitere böse Briefe in die Gouverneursvilla nach Richmond zu schicken.

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