Skip to main content
#
Freundeskreis Jens Söring
Kontakt
our twitterour facebook page google plus youtubeinstagram
EN
 
Schuldspruch gegen einen Ex-Gouverneur in Virginia
 
(von Beat Ammann, Neue Züricher Zeitung, 5. September 2014, Link)
 

Der frühere Gouverneur von Virginia, Robert McDonnell, ist am Donnerstag wegen Korruption schuldig gesprochen worden. Ein Geschworenengericht in Richmond, der Hauptstadt Virginias, befand ihn in 11 von 14 Punkten der Anklage für schuldig. Seine Frau, Maureen McDonnell, wurde in 8 Anklagepunkten schuldig gesprochen. Ihr Fall liegt rechtlich anders, da sie im Gegensatz zum Gouverneur kein öffentliches Amt innehatte.

Berufung angekündigt

Das Strafmass wird erst Anfang Januar festgelegt. Der Anwalt von McDonnell kündigte eine Berufung an. Die Geschworenen benötigten rund drei Tage, um zu ihrem Verdikt zu gelangen. Der Gouverneur war angeklagt, sein Amt missbraucht zu haben, indem er seine Macht zugunsten eines Geschäftsmannes, Jonnie Williams, eingesetzt habe. Dieser hatte dem finanziell gestressten Gouverneurs-Ehepaar Kredite und Darlehen gegeben, Shopping, Golf und Ferien finanziert sowie 15 000 Dollar für die standesgemässe Hochzeitsfeier einer Tochter der McDonnell spendiert.

Laut Anklage belief sich der Gegenwert aller Gaben von Williams auf knapp 180 000 Dollar. Dies ist im Rahmen dessen, was in der amerikanischen Politik etwa für Wahlkämpfe legal gespendet wird, ein Trinkgeld. Umso unverständlicher wirkt es, dass McDonnell, der bis vor kurzem als möglicher künftiger Präsidentschaftskandidat der Republikaner gehandelt wurde, sich auf solch billige Weise kaufen liess. McDonnell bestritt jede Schuld, doch die Geschworenen haben ihm nicht geglaubt.

Macht verblendet

Der Ex-Gouverneur hatte vor Gericht versucht, alles seiner Frau in die Schuhe zu schieben. Das war unter den Ehepartnern abgesprochen. Die Anwälte der Ehefrau behaupteten, Maureen McDonnell sei von ihrem Mann vernachlässigt worden, daher leicht dem Charme von Williams erlegen, in den sie sich «verknallt» habe. Auf diese Weise sollte ein Kernpunkt der Anklage als unglaubwürdig dargestellt werden. Diese wollte nachweisen, dass das Ehepaar sich verschworen hatte, um ans Geld von Williams heran zu kommen und diesem im Gegenzug staatliche Begünstigung zuzuhalten.

Da Mann und Frau jedoch angeblich aneinander vorbei lebten, haben sie sich laut Verteidigung gewiss nicht für eine Straftat ins Einvernehmen setzen können. Diese verzweifelt und beschämend wirkende Taktik der Verteidigung des Ehepaars hat bei den Geschworenen nicht verfangen. McDonnell hatte 2009 mit Fotos von Frau und den fünf Kindern den erwartbaren Wahlkampf eines Politikers betrieben, der als konservativ und tief religiös gesehen werden wollte.

Merkwürdig erscheint, dass Williams vor Gericht nicht darlegte, genau wie der Gouverneur ihm illegale Vorteile verschafft haben solle. Williams wollte ein von ihm entwickeltes Diät-Produkt unter die Leute bringen, unter anderem dank offizieller Patronage des Gouverneurs. Diese habe es nie gegeben, sagte McDonnell. Williams hatte von der Anklage im Gegenzug für seine Zeugenaussage Straffreiheit zugesichert bekommen.

Der Gouverneur muss verblendet gewesen sein, um zu wähnen, er könne auf Williams Kosten durch die Gegend fliegen, ein darniederliegendes Immobiliengeschäft sanieren und dessen Ferrari fahren: All dies, ohne sein Amt und sich selbst zu besudeln.

Newsletter 

Mit unserem Newsletter bleiben Sie über Neuigkeiten informiert. Jetzt anmelden

Bücher von Jens  
Spenden
T-Shirts für Jens 
    © Freundeskreis Jens Söring | E-Mail: admin (at) jenssoering.de | www.jenssoering.de
    Kontakt zu Jens Söring | Impressum & rechtliche Hinweise | Datenschutzerklärung
    Site Powered By
        Streamwerx - Site Builder Pro
        Online web site design