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Von Käfig- und Seelenwänden

(von HelferLine, 30. November 2012, Link)


Gefängnis-Monologe: die szenisch-musikalische Aufführung “Eisenhart” in der Südstädter Hinterbühne.

“Unschuldig hinter Gittern” – was sich wie der Titel eines Melodrams aus der typischen Privatsender-Schmiede anhört, ist leider auch harte Realität. Aus den USA, dem Land blinder Justiz, entstammen solche Biographien wie die des Deutschen Jens Söring. Der Diplomaten-Sohn ist zwar kein Mumia Abu Jamal – der Bürgerrechtler, gegen den – wie gegen viele afroamerikanische US-Bürger, vor allem damalige “Black Panther”-Aktivisten – ein politisch motivierter Prozess unter kuriosen Umständen geführt wurde, und dessen Fall zum Beispiel für fingierte Anklagen wurde. Aber auch Sörings Situation ist aufsehenerregend: Ihm wird ein Doppelmord an den Eltern seiner damaligen Geliebten Elizabeth nachgesagt. Söring aber beteuert seine Unschuld, und seine deutschen und amerikanischen Unterstützer sprechen von einem Justiz-Irrtum. Nichts Neues, aber deswegen dramatisch, weil in den Staaten doch eine Art umgedrehte Beweispflicht gilt, bei der nicht das Gericht die Schuld, sondern der Angeklagte seine Unschuld beweisen muss. Im Zweifel wird also oft leider nicht für den Angeklagten entschieden. Institutionalisierte Sündenbock-Suche, könnte man sagen.

Jens Söring sitzt nun mittlerweile seit 26 Jahren in Haft – und wurde in dieser Zeit zum preisgekrönten Schriftsteller mit bereits neun Veröffentlichungen, deren letzte den sehr konkreten Titel “Nicht schuldig!” trägt. Diese Aufzeichnungen bilden nun die Vorlage für das Theaterstück “Eisenheart”, eine Darbietung des Vereins text & töne, die heute in der Südstädter Hinterbühne uraufgeführt wird. Monologe der Aussagen Sörings, mit atmosphärisch dichter Musik kombiniert, lassen den Zuschauer die Ängste und Beklemmungen, die Gedankenwelt des Inhaftierten nachvollziehen. Kein Privatsender-Melodram eben, sondern eine künstlerische, nahezu schonungslose Auseinandersetzung mit der kopfsprengenden Situation eines wohl unschuldigen Gefängnis-Insassen. Wieviel Freiheit ist noch übrig? Wie tritt man dem Abstumpfen entgegen? Und gibt es noch Hoffnung auf Gerechtigkeit? Ein aufwühlender Abend, der sich mit den Mechanismen der Justiz auseinandersetzt – und bei dem man Wißbegierigen obendrein noch einen – echten! – Gefängnisseelsorger zur Seite stellt, mit dem sich das Erlebte anschließend austauschen lässt: Offen für alle Fragen und Gespräche ist Ulrich Tietze, Gefängnisseelsorger der JVA Hannover. Das verspricht Aufarbeitung hautnah. In einer überaus intensiven Inszenierung von Sabine Göttel mit dem Schauspieler Erik Fiebiger und dem Musiker Damian Marhulets.

Freitag, 30. November 2012:
"Eisenhart", Monolog mit Musik, Hinterbühne, Hildesheimer Str. 39a, 30169 Hannover, Beginn: 20 Uhr, Eintritt: 15 Euro, ermäßigt: 10 Euro

weiterer Auffführungstermin:  Samstag, 1. Dezember, 20 Uhr
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